Börsenrückblick: Volkswagen schockt, Ströer-Attacke zeigt Probleme der Börsenaufsicht

Die abgelaufene Woche stand bereits voll und ganz unter dem Eindruck der Berichtssaison. Neben zahlreichen US-Größen begann auch im DAX die Vorlage der Quartalsberichte. Am Freitagnachmittag wurde zudem endlich die 2015er Bilanz von Volkswagen (WKN 766403) veröffentlicht. Dabei belastet die Abgasthematik das Geschäft des Konzerns erheblich. Zwar übertreffen die Umsatzerlöse mit 213,3 Mrd. Euro das Vorjahr um 5,4 Prozent, das operative Ergebnis geht jedoch von +12,7 Mrd. Euro auf -4,1 Mrd. Euro erheblich zurück. Unter dem Strich bleibt bei der Volkswagen AG ein Jahresfehlbetrag von 5,5 Mrd. Euro übrig (Vorjahr: +2,5 Mrd. Euro). Die Aktie ging in der Folge in die Knie.

Doch das war nicht das einzige „Highlight“ für die Börsianer. Mit der Short-Attacke auf Ströer (WKN 749399) hat „Klein-Börsianerdorf“ wieder einen handfesten Skandal. Wenn ein Hedge Fonds zunächst Short geht und dann einen negativen „Report“ zum Unternehmen veröffentlicht, ist das mehr als fragwürdig. Hier werden die Defizite der deutschen Börsen- und Finanzaufsicht deutlich. In den USA wird in solchen Fälle rigoros gehandelt. Immerhin konnte Ströer durch eine starke Krisenkommunikation überzeugen. Da können sich andere Unternehmen ne Scheibe von abschneiden.

Deutschland

Angesichts herausfordernder Marktbedingungen wurde unter Anlegern und Analysten bereits damit gerechnet, dass Daimler im Auftaktquartal 2016 nicht ganz an die beeindruckenden Erfolge des Vorjahres heranreichen würde. Trotzdem zeigten sie sich insbesondere von den Kennzahlen auf der Ergebnisseite enttäuscht. Mehr dazu hier.
Wichtige Ölförderer konnten sich zuletzt nicht auf ein Einfrieren der Produktionsmengen einigen. Trotzdem erholten sich die Ölnotierungen. Schlechte Nachrichten für Unternehmen wie die Lufthansa, die bei den Rohstoffausgaben sparen müssen. Und auch sonst scheint es derzeit nicht für die Kranich-Airline zu laufen. Unsere Einschätzung dazu hier.
Trotz leicht unter den Markterwartungen liegender Geschäftsergebnisse im Auftaktquartal 2016 dürfte SAP Investoren auch weiterhin viel Freude bereiten. Schließlich ist die Wachstumsstory der Walldorfer in der Cloud längst nicht zu Ende. Mehr dazu hier.
Das Auftaktquartal 2016 war für die gesamte deutsche augenoptische Branche durch Feiertagsverschiebungen und einen Verkaufstag weniger gekennzeichnet. Dennoch konnte sich der Marktführer unter den Optikerketten Fielmann ordentlich schlagen und Marktanteile hinzugewinnen. Allerdings schmerzten die Umsatz- und Gewinnrückgänge. Unsere Einschätzung dazu hier.
Der Mobilfunkanbieter Freenet ist hierzulande als attraktiver Dividendenwert bekannt. Schließlich kann sich eine Dividendenrendite von mehr als 6 Prozent sehen lassen. Allerdings hat das TecDAX-Unternehmen nun mit einigen Zukäufen für Kritik von Analystenseite gesorgt. Mehr dazu hier.

International

Als erstes der vier großen im FANG-Index zusammengefassten US-Internetunternehmen hat Netflix seine Zahlen für das erste Quartal 2016 vorgelegt. Dabei enttäuschte der weltweit führende Video-on-Demand-Anbieter mit dem Ausblick auf das zweite Geschäftsquartal. Trotzdem muss das nicht heißen, dass Netflix oder die anderen FANG-Unternehmen ihre besondere Stellung unter den US-Konzernen oder an den weltweiten Aktienmärkten eingebüßt haben. Mehr dazu hier.
Mit den für Montagabend angekündigten Zahlen von Apple für das zweite Geschäftsquartal (Januar bis März) hatten sich Marktteilnehmer auf ein wahres Highlight der US-Berichtssaison eingestellt. Doch jetzt werden sie einen weiteren Tag warten müssen. Unsere Einschätzung dazu hier.
Der Schweizer Pharmariese Novartis hatte nicht nur einen Rückschlag in der gemeinsamen Medikamentenforschung mit dem Biotechnologieunternehmen MorphoSys zu verkraften. Den Baslern machte zuletzt auch die Generika-Konkurrenz zu schaffen. Darüber hinaus musste man mit negativen Wechselkurseffekten fertig werden. Unsere Einschätzung dazu hier.
Der Schweizer Pharmakonzern Roche konnte einen guten Start in das Geschäftsjahr 2016 verbuchen. Dabei spricht einiges dafür, dass es genauso gut weitergeht. Schließlich haben die Basler einige vielversprechende Medikamentenentwicklungen in der Hinterhand. Mehr dazu hier.
Die ABB-Aktie war zur Wochenmitte der größte Gewinner im schweizerischen Leitindex SMI. Zwar hatte der Siemens-Konkurrent im Auftaktquartal 2016 auf der Umsatzseite mit dem schwierigen Marktumfeld zu kämpfen. Dafür überzeugte das Unternehmen auf der Ergebnisseite. Unsere Einschätzung dazu hier.

Wochenvorschau: Unternehmenstermine

In Sachen Quartalszahlen geht es mit der Berichtssaison so richtig los. In der kommenden Woche stehen u.a. die Zahlen an von Covestro, Philips (Montag); 3M, AT&T, Barrick Gold, Bayer, BP, Credit Suisse, eBay, Eli Lilly, Procter & Gamble, Twitter (Dienstag); Boeing, Deutsche Börse, Facebook, Paypal (Mittwoch); Airbus, Amazon, Colgate-Palmolive, Deutsche Bank, Dow Chemical, Gilead Sciences (Donnerstag); BASF, Chevron, ExxonMobil, Linde (Freitag).

Wochenvorschau: Konjunkturdaten

Montag
10:00 DE ifo-Geschäftsklima (April)
16:00 US Neubauverkäufe (März)

Dienstag
14:30 US Auftragseingang langlebige Güter (März)
14:30 US Auftragseingang Investitionsgüter (März)
15:00 US Case-Shiller-Hauspreisindex (Februar)
16:00 US Verbrauchervertrauen Conference Board (April)

Mittwoch
08:00 DE Einfuhrpreise (März)
08:00 DE GfK Konsumklima (Mai)
16:00 US Schwebende Hausverkäufe (März)
20:00 US Fed-Zinsentscheid

Donnerstag
09:55 DE Arbeitsmarktdaten (April)
11:00 EU Economic Sentiment (April)
14:30 US BIP (Q1)
14:30 US Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (Vorwoche)

Freitag
08:00 DE Einzelhandelsumsatz (März)
11:00 EU Arbeitsmarktdaten (März)
11:00 EU BIP (Q1)
11:00 EU Verbraucherpreise (März)
14:30 US Persönliche Einnahmen (März)
14:30 US Private Konsumausgaben (April)
15:45 US Chicago Einkaufsmanagerindex (April)
16:00 US Verbrauchervertrauen Uni Michigan (April)

Bildquelle: meineprivatenfinanzen.de

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