Rohöl: OPEC-Bemühungen umsonst?

Trotz all der Bemühungen der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC), die Rohölpreise zu stützen, bewegen sich die Notierungen für die wichtigsten Sorten WTI oder Brent kaum vom Fleck. Allerdings heißt dies nicht, dass die Ölpreise für immer auf dem aktuell niedrigen Niveau bleiben müssen.

Potenzielle Auslöser für Ölpreissteigerungen gibt es immer wieder. So hat Jahrhundert-Hurrikan „Harvey“ kürzlich im Süden des US-Bundesstaates Texas gewütet und dessen Hauptstadt Houston überschwemmt. Dabei ist Houston nicht nur die viertgrößte Stadt der USA, sondern auch ein wichtiger Standort für die Ölindustrie. Interessanterweise hat Hurrikan „Harvey“ die weltweiten Ölnotierungen nicht deutlich ansteigen lassen. Angesichts der Produktionseinschränkungen im Golf von Mexiko hätte man annehmen können, dass eine Angebotsverknappung für steigende Ölnotierungen sorgen würde. Allerdings wogen die Produktionseinschränkungen auf Seiten der Raffinerien offenbar stärker. Diese fragten weniger Öl nach, das sie später verarbeiten würden.

Während die Ölpreise in der Zeit, in der „Harvey“ wütete, insgesamt eher nachgaben, beschäftigen sich Rohstoffinvestoren derzeit auch mit anderen Nachrichten. In erster Linie fragen sich Marktteilnehmer, inwieweit sich die OPEC-Staaten und einige Nicht-OPEC-Mitglieder an ihre selbstauferlegte Produktionsbeschränkung halten werden. Allerdings könnte diese Frage an Bedeutung verlieren, da die OPEC, vor allem angesichts des anhaltenden Booms der US-Fracking-Industrie, weiter an Bedeutung verlieren könnte. Die OPEC und einige Nicht-OPEC-Mitglieder könnte die Begrenzung der Ölförderung weitere Marktanteile kosten, da andere wichtige Förderländer, allen voran die USA, ihre Produktion ausbauen dürften. Dies ist umso interessanter, da mit Donald Trump ein der US-Ölindustrie wohlgesonnener Präsident im Weißen Haus sitzt.

Die gute Nachricht für die OPEC und andere Ölpreis-Bullen ist jedoch der Umstand, dass sich die weltweite Nachfrage und das Angebot offenbar immer besser angleichen. Während vor allem die US-Fracking-Industrie in den vergangenen Jahren für ein steigendes Angebot gesorgt hat, sorgt die weltweit gut laufende Konjunktur für eine steigende Nachfrage. Dabei kommt die wirtschaftliche Erholung nicht nur in den USA voran. In Europa konnten zuletzt ebenfalls starke BIP-Wachstumsraten beobachtet werden. Die Schwellenländer befinden sich ohnehin auf Expansionskurs.

Darüber hinaus könnte ein schwacher US-Dollar die Ölnotierungen stützen. Ähnlich wie viele andere Rohstoffe wird auch das Rohöl hauptsächlich in der US-Währung gehandelt. Ein schwächerer Greenback verbilligt dementsprechend die Ölbeschaffung und fördert so die Nachfrage. Dabei ist es erstaunlich, an welchem Punkt wir zum Beispiel beim Währungspaar Euro/US-Dollar angelangt sind. Zu Jahresbeginn 2017 schien die Parität ganz nahe zu sein. Seitdem hat der Euro gegenüber dem US-Dollar eine deutliche Aufwertung erfahren, was letztlich auch den Ölnotierungen zugutekommen könnte.

Spekulative Anleger, die steigende Notierungen bei der Ölsorte Brent erwarten, könnten mit einem Faktor-Long-Zertifikat der Deutschen Bank (WKN: DT4BRT / ISIN: DE000DT4BRT7) mit dem Hebel (Faktor) von 4 auf ein solches Szenario setzen. Wer aber als spekulativer Anleger eher Short orientiert ist und auf fallende Ölpreise bei der Sorte Brent setzen möchte, erhält mit einem Faktor-Short-Zertifikat der Deutschen Bank (WKN: DM33EZ / ISIN: DE000DT4BRT7) mit dem Hebel (Faktor) 4 die Gelegenheit dazu.

Stand: 07.09.2017/ Ein Gastkommentar von Nicolai Tietze, Direktor db x-markets

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