Amazon: Nicht zu sicher fühlen…

Amazon (WKN: 906866 / ISIN: US0231351067) hat es geschafft und Alphabet (ehemals Google) ausgestochen. Der jüngste Kursanstieg der Amazon-Aktie wirft allerdings auch viele Fragen auf. Die hohe Bewertung impliziert, dass das zukünftige Wachstum und die Gewinne eingepreist sind. Allerdings hat dies Investoren auch in der Vergangenheit nicht davon abgehalten, in den E-Commerce-Riesen zu investieren. Warten wir ab, ob das ewig so weitergehen kann.

In den vergangenen Wochen elektrisierte ein Wettrennen zwischen Amazon und Alphabet die Aktienmärkte. Dabei ging es um die Frage, welche Aktie als erste die 1000-US-Dollar-Marke knacken würde. Am 30. Mai entschied Amazon dieses Rennen für sich. Die Kurstafel zeigte für die Anteilsscheine des Online-Händlers erstmals vierstellige Notierungen an. Immerhin konnte sich Alphabet damit trösten, weiterhin eine höhere Marktkapitalisierung vorzuweisen. In Bezug auf den Börsenwert könnte demnächst ein weiteres spannendes Wettrennen anstehen. Dort wartet die Billionengrenze. Noch hat in dieser Hinsicht der iPhone-Hersteller Apple die Nase vorne. Wenn man sich jedoch die Geschwindigkeit ansieht, mit der die Amazon-Papiere zuletzt neue Rekordstände erklommen haben, besteht die Chance Apple doch noch auf der Ziellinie abzufangen.

Die Kursrallye der Amazon-Aktie war zu einem großen Teil den jüngsten Geschäftserfolgen des Unternehmens geschuldet. Die am 27. April vorgelegten Geschäftszahlen für das erste Quartal 2017 verdeutlichten, wie schnell das Wachstum vorankommt. Gegenüber dem Vorjahr kletterten die Umsatzerlöse um 23 Prozent auf 35,7 Mrd. US-Dollar. Der Gewinn stieg um 41 Prozent auf 724 Mio. US-Dollar. Zu den jüngsten Erfolgen hatte das Cloud-Geschäft (Amazon Web Services, AWS) in besonderer Weise beigetragen. Auch andere relativ neue Geschäftsfelder wie das Video-Streaming-Angebot sorgten zuletzt für reichlich Schub. Für das laufende zweite Quartal hat das Management auch deshalb ein konzernweites Umsatzwachstum von bis zu 24 Prozent in Aussicht gestellt.

Die enormen Investitionen in neue Geschäftsfelder drücken jedoch weiterhin auf die Amazon-Gewinne. Allerdings haben sich Anleger inzwischen daran gewöhnt. Gleichzeitig ist aber damit der Druck gewachsen, auf der Umsatzseite Erfolge zu präsentieren. Auch wenn die Amazon-Aktie bisher jede Kursdelle ausbügeln konnte, sorgen enttäuschende Umsatzzahlen immer mal wieder dafür, dass die Papiere kurzfristig großen Schwankungen unterworfen sind. Auf Sicherheit bedachte Anlegern dürften diese weiterhin suspekt vorkommen. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass sich Amazon irgendwann verzettelt. Schließlich versucht der Konzern, überall mitzuspielen, während die Konkurrenz auch im traditionellen Online-Handel nicht schläft. Dort wagt insbesondere der weltgrößte Einzelhändler Wal-Mart einen Großangriff. Mögliche Marktanteilsverluste in der eigenen Domäne dürften ein Signal aussenden, dass Amazon überall schlagbar sein könnte.

Spekulative Anleger, die steigende Kurse der Amazon-Aktie erwarten, könnten mit einem klassischen Optionsschein Call der Deutschen Bank (WKN: DL8EN6 / ISIN: DE000DL8EN64, Laufzeit bis zum 13.12.2017) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Optionsscheins liegt derzeit bei 15,74. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem klassischen Optionsschein Put der Deutschen Bank (WKN: DM35VJ / ISIN: DE000DM35VJ7, aktueller Hebel 14,96; Laufzeit bis zum 13.12.2017) auf fallende Kurse der Amazon-Aktie setzen.

Stand: 06.06.2017/ Ein Gastkommentar von Nicolai Tietze, Direktor db x-markets

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Bildquelle: Pressefoto amazon.de

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