Berufsunfähigkeitsversicherung: Besser als ihr Ruf

Ein Blick in die Statistik sagt mehr als tausend Worte: Jeder vierte Arbeitnehmer muss laut der gesetzlichen Rentenversicherung im Laufe seines Berufslebens seine Erwerbstätigkeit einschränken oder sogar ganz aufgeben. Die finanziellen Folgen daraus können gravierend sein. Doch Versicherungsschutz haben noch immer viel zu wenige Menschen. Sie unterschätzen das Risiko berufsunfähig zu werden, denn: Auf die 42,65 Millionen Erwerbstätigen in Deutschland kommen lediglich gut 17 Millionen Versicherungsverträge, die Berufsunfähigkeit voll oder teilweise absichern.

Unzureichend abgesichert

Die Folgen einer Berufsunfähigkeit sind dramatisch. Zunächst fällt das Arbeitseinkommen weg, dann müssen oft teure Therapien, Hilfsmittel oder Umbauten in Haus und Wohnung bezahlt werden. Seitens der gesetzlichen Rentenversicherung sind die Leistungen in Form der Erwerbsminderungsrente überschaubar. Versicherte entnehmen die Höhe ihrer individuellen Erwerbsminderungsrente der jährlichen „Renteninformation“. Daraus wird schnell deutlich, dass diese Summe für den Fall der Fälle nicht ausreicht.

Individuelle Vorsorge

Die Lösung für den Ernstfall lautet Berufsunfähigkeitsversicherung. Damit lässt sich – orientiert am letzten Einkommen – ein Niveau von maximal 75 bis zu 80 Prozent des Nettoverdienstes absichern. Die Kosten variieren je nach Alter und Beruf. Dabei gilt: Je jünger man in die Berufsunfähigkeitsversicherung eintritt, desto geringer fallen die Beiträge aus. Wichtig ist auch, dass die Versicherungshöhe nachträglich angepasst werden kann, um etwa Kaufkraftverluste durch die Inflation, Gehaltssteigerungen oder auch Änderungen der persönlichen Lebenssituation wie eine Familiengründung berücksichtigen zu können.

Gute Gründe

Auf die Frage, warum eine entsprechende Versicherung nicht abgeschlossen wird, wird häufig mit angeblich schlechten Leistungen argumentiert. Doch die Wirklichkeit ist eine andere. Bei Berufsunfähigkeit erhalten die meisten Versicherten schnell ihre Leistungen. Nur bei knapp sechs Prozent der Leistungsanträge holen die Versicherungsunternehmen überhaupt Gutachten ein – die zudem überwiegend zu Gunsten der Versicherten ausgehen. Laut einer Untersuchung des Branchenverbands GDV lag die Leistungsquote – also das Verhältnis von anerkannten zu eingereichten Leistungsanträgen –bei annähernd 77 Prozent. Zwischen vollständigem Leistungsantrag und der Leistungsentscheidung vergingen im Mittel knapp 13 Kalendertage.

Ursachen unterschätzt

Hauptursache für eine Berufsunfähigkeit sind Nervenkrankheiten und psychische Erkrankungen. Nach einer Untersuchung von Morgen & Morgen sind 28,6 Prozent aller Leistungsfälle in der Berufsunfähigkeitsversicherung auf Nervenkrankheiten zurückzuführen, mit 21,4 Prozent folgen Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates und Krebserkrankungen mit 16,3 Prozent. Unfälle dagegen sind seltener die Ursache.

Bildquelle: Pressefoto AXA

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